Die Sanierung des Salesas-Klosters in Pamplona als minimalistischer Eingriff im Einklang mit dem Bestand und der Umwelt

Am westlichen Rand der Altstadt Pamplonas – direkt an dem historischen Verlauf der Stadtmauer des Stadtquartiers San Cernin lag das denkmalgeschützte Kloster Salesas. Im Jahre 2010 konnte der Gemeindeverbund des Grossraums Pamplona (Mancomunidad de la comarca de Pamplona MCP) das Gebäude erwerben; welches bereits seit 2003 leer stand. Alle bislang auf mehrere Gebäude verteilte Mitarbeiter der Institution sollten in einem einzigen neuen Verwaltungsbau zusammengeführt werden – anstelle eines Neubaus am Stadtrand entschied man sich für den Umbau und die Sanierung dieses Altbaues in zentraler Lage. Der ausgeschriebene Wettbewerb wurde von einem Architektenteam der drei Büros Matos Castillo, Álvarez Sala und Rueda Pizarro gewonnen. Bei der Bauleitung wurden die lokalen Architekten Tabuenca & Leache (bekannt u.a. durch ihr Umbauprojekt des Casa Condestable in unmittelbarer Nähe) und Javier Urdaci hinzugeholt. Die bauliche Intervention erfolgte mit dem Anspruch größtmöglicher Zurückhaltung. Das in Teilen denkmalgeschützte Kloster wurde in seiner Grundstruktur mit seinen drei Innenhöfen beibehalten. Städtebaulich wurde jedoch die Eingangssituation zur Westseite verlegt: Der ehemalige rückwärtige Klostergarten fungiert nun als Vorhof, in dem ein schmaler aufgeständerter Neubautrakt mit zusätzlicher Bürofläche integriert wurde.

Rehabilitation of the Salesas Convent – entrance courtyard with new addition. ©Ana Matos
Die Kirche wurde in einen Veranstaltungs- bzw. Versammlungsraum umgestaltet und nach dem Architekten des Klosters F.Ansoleaga benannt. Für den Hauptteil der Geschossflächen erforderte die neue Nutzung die Umwandlung von der kleinteiligen Raumstruktur des Klosters in grosse offene Büroflächen. Als vertikale Tragstrukur wurden wenn möglich die erhaltenen evtl. geringfügig verstärkten Altbauwände verwendet. Ausnahme sind die Innenwände um zwei der Innenhöfe: hier wurden – in Abstimmung mit dem Denkmalschutz unter Beibehaltung der historischen Dimensionen – neue Stahlbetonwände errichtet, welche als aussteifende Elemente und Auflager dienen.

Rehabilitation of the Salesas Convent –interior courtyard. ©Ana Matos
Für die Geschossdecken wurde eine Konstruktion aus vertikalen mikrolaminierten Holzbindern und horizontalen CLT-Platten gewählt. Die Höhe der Träger wird mit 44cm konstant beibehalten und lediglich die lichten Abstände an die jeweilige statische Situation angepasst. Die sichtbar bleibende Holzkonstruktion nimmt zusammen mit dem strukturierten Putz einen harmonischen Bezug zu den Altbauelementen auf. Alle Funktionen der Haustechnik werden über einen Doppelboden gelöst. Dies ermöglicht eine visuelle Aufgeräumtheit der Innenräume.

Rehabilitation of the Salesas Convent – office spaces. ©Ana Matos
In der Gesamtplanung wurden umfangreiche Maßnahmen zur energetischen Ertüchtigung umgesetzt. Die Nutzung von Geothermie und die Einhaltung zeitgemässer Dämmstandards ermöglichten die Erreichung des NZEB-Standards (Nearly Zero Energy Building). Hinsichtlich einer gewissen Vorbildfunktion der öffentlichen Hand sollte sowohl der Planungsprozess als auch das fertige Gebäude als Vorzeigeprojekt für den nachhaltigen Umgang mit denkmalgeschütztem Bestand dienen.

Rehabilitation of the Salesas Convent view –circulation areas. ©Ana Matos
Text: Bernd Nitsch, GA BILBAO
*Erstes Bild: Sanierung des Kloster Salesas – view on the entire complex with entry situation. ©Ana Matos



